Eine traditionsreiche Bestattungsform

Der Begriff Kolumbarium stammt aus dem Lateinischen und bezeichnete im antiken Rom zunächst einen Taubenschlag. Da die damaligen Grabkammern durch die optisch ähnliche Anordnung der Urnennischen den Luken des Taubenschlages glichen, setzte sich der Name für diese Form der Grabstätte durch. Es gibt heute sowohl unterirdische als auch oberirdische Kolumbarien auf Friedhöfen oder angegliedert an Krematorien.

Die bisher entdeckten ca. 100 antiken Kolumbarien in Rom und Umgebung stammen fast ausschließlich aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. Sie wurden in erster Linie von vermögenden Bürgern angelegt, die für ihre zahlreichen Sklaven und Freigelassenen auch nach deren Tod sorgen mussten. Die halb oder ganz unterirdischen Kolumbarien ermöglichten eine kostengünstige Bestattung. Als Urnen dienten tönerne Aschentöpfe, über den Nischen angebrachte Marmortäfelchen gaben die Namen der Beigesetzten an.

Im Christentum wurde die Feuerbestattung wegen der wörtlichen Auslegung des Auferstehungsgedankens seit der Zeit Karl des Großen abgelehnt und erst ab 1898 von der Evangelischen Kirche wieder gestattet. Die Katholische Kirche schloss sich 1964 dieser Haltung an, nachdem zuvor Papst Leo XIII. 1886 noch einmal den heidnischen Charakter der Einäscherung betont hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Akzeptanz der Feuerbestattung aufgrund der Nazigräueltaten zunächst rückläufig, seit Mitte der 1990er-Jahre entstehen wieder Kolumbarien in der gesamten Republik.